FRIEDENSBILDUNG

Vermittlung von Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung als
Referent*innen für sicherheitspolitische Fragen in den schulischen Unterricht

In den Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ ist festgelegt, wie die Bundesregierung mit internationalen Krisen und bewaffneten Konflikten umgeht. Unter Federführung des Auswärtigen Amtes wurde dieses ressortübergreifende Gesamtkonzept erarbeitet, in dem hervorgehoben wird, dass zivile Mittel stets Vorrang haben. Sich anbahnende Krisen und Konflikte erkennen und entschärfen, bevor sie eskalieren, steht im Fokus einer verantwortungsvollen Außenpolitik. Die Leitlinien zur zivilen Konfliktbearbeitung bilden zusammen mit dem Weißbuch zur Sicherheitspolitik den strategischen Rahmen und Kompass für staatliches Handeln.

Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung stehen bereit, um an niedersächsischen Schulen über ihre Einsätze in Krisen- und Kriegsgebieten zu berichten oder mit Schülerinnen und Schülern Grundsätze der zivilen Konfliktbearbeitung zu erarbeiten und deren Chancen und Risiken zu diskutieren. Sie sind Expert*innen deutscher Sicherheitspolitik. Die Expert*innen sind in der Lage, ihre Einsatzerfahrungen als Beispiele generalisierbarer Merkmale und Erscheinungsformen innerstaatlicher oder internationaler Konflikte darzustellen.

Der Einsatz der Referent*innen sollte eingebunden sein in die einschlägigen Rahmenrichtlinien und Kerncurricula ab Klasse 9 in allen Schulstufen. Sie stehen als Referent*innen nicht nur für die Fächer Politik-Wirtschaft oder Gesellschaftslehre, sondern auch für Fächer wie Religion, Erdkunde usw. zur Verfügung. Viele Referent*innen können die Thematik auch in Unterrichtsprachen Englisch, Spanisch oder Französisch aufbereiten.

Die Expert*innen können Elemente und Zusammenhänge ziviler Konfliktbearbeitung in unterschiedlichen Unterrichtsformaten (Doppelstunde, Projekttag, Vortrag, Unterrichtsgespräch, Workshop, Podiumsdiskussion etc.) präsentieren. Alle Referent*innen verfügen über ein breites Methodenspektrum.

 

Die Leitlinien der Bundesregierung können als Klassensatz kostenfrei hier bestellt werden.

 

Siebzehn Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung stehen für den Referent*inneneinsatz in Schulen zur Verfügung.

 

Themen

Die Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung wollen in einen Dialog mit den Schülerinnen und Schülern sowie deren Lehrer*innen treten und zum Perspektivwechsel anregen. Friedens- und Sicherheitspolitik ist mehr als Militärpolitik.

Für eine vertiefende Bearbeitung der Themen begrüßen es die Referent*innen, wenn der Besuch im Unterricht vor- und nachbereitet wird, idealerweise im Rahmen von Themensetzungen der Kerncurricula oder Rahmenpläne. Sie können den Lehrerinnen und Lehrern Anregungen für Unterrichtsmaterialien geben und stehen für einen vorherigen Austausch über den Unterrichtseinsatz gerne zur Verfügung.

Die Referent*innen richten sich nach Ihren Themenvorschlägen und/oder beraten Sie bei der Themenfindung, Workshop- oder Projektwochenplanung. Gerne kommen sie auch zu Veranstaltungen, in denen unterschiedliche Positionen zum Tragen kommen. Der offene Meinungsaustausch ist wichtig.

 

Mögliche Themen für Unterrichtseinsätze, Vorträge, Workshops, Podien:

Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert

Die Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“

Den Blick verändern: Friedenslogik versus Sicherheitslogik

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)

Wahlbeobachtung im Auftrag der OSZE – Faire Wahlen statt gewaltsamer Auseinandersetzungen

Waffenstillstandsüberwachung in Georgien

Menschenrechtsbeobachtung im Kosovo

Auslandseinsätze im Auftrag von Parlament und Regierung

Der Zivile Friedensdienst: Friedensarbeit in Myanmar, Guatemala, Südsudan, Nord-Mezadonien, Israel/Palästina

Klimawandel-Gerechtigkeit-Friedenssicherung in den Philippinen

 

 

Personen

 

Mandana Afshar

Juristin
Schwerpunkt: Demokratieförderung, Governance und zivile Engagementpolitik
 
 

Esther Binne

Friedens- und Konfliktforscherin, Beraterin für gewaltfreie Konflikttransformation
Schwerpunkt:  Zivile Konfliktbearbeitung, Gender, Do No Harm, Flucht & Migration
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Maik Bischoff

Friedenspädagoge
Schwerpunkt: Gewaltpräventionsprojekte  
 
 

Mechthild Herkenhoff

Erziehungswissenschaftlerin 
Schwerpunkt: Internationale Wahlbeobachtung
 
 

Elvin Hülser

Politologe
Schwerpunkt: Europa, Sicherheits- und Friedenspolitik, Populismus
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Gebhard Körte

Freier Journalist, Sozialarbeiter, Mediator
Schwerpunkt: Ressourcenkonflikte Südostasien, Zivile Konfliktbearbeitung Philippinen
 
 

Daniel Korth

Soziologe
Schwerpunkt: Zivile Konfliktbearbeitung Myanmar
 
 

Lutz Krügener

Pastor
Schwerpunkt: Vorrang für zivil
 
 

Kristin Lootze

Friedens- und Konfliktforscherin
Schwerpunkt: Friedensbildung in Kolumbien 
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Krischan Oberle

Politikwissenschaftler
Schwerpunkt: soziale und ökonomische Ursachen von Konflikten
 
 

John Preuss

Friedens- und Konfliktforscher 
Schwerpunkt: Menschenrechtsbeobachtungen, Palästina/Israel, Flucht*Migration, Gerechtigkeit/Diskriminierung
 
 

Verena Sauer

Politologin
Schwerpunkt: Waffenstillstandsüberwachungen, Menschenrechtsbeobachtungen
 
 

Cornelia Scholvin-Virreira

Friedens- und Konfliktberaterin
Schwerpunkt: Wasserkonflikte in Peru und Bolivien
 
 

Frauke Siedenburg

Dipl. Pädagogin
Schwerpunkt: Landkonflikte im Südsudan und Guatemala
 
 

Anke Smollich

Juristin
Schwerpunkt: Internationale Wahlbeobachtung
 
 

Rita Taphorn

Diplomkauffrau, 
Master of Business Administration (MBA)
Schwerpunkt: Demokratisierung und Gleichstellung in der Politik z.B. in Honduras, Afghanistan, Südseestaaten, Balkan, Kaukasus  
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Service

Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung als Referent*innen für sicherheitspolitische Fragen im schulischen Unterricht

Im Rahmen des Bildungsschwerpunktes „Demokratisch gestalten“ werden Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung als Referent*innen für sicherheitspolitische Fragen für den schulischen Unterricht zur Verfügung gestellt. Die Referent*innen können für Unterrichtsbesuche im Klassenverband im Rahmen einer oder mehrerer Doppelstunden oder für – auch klassenübergreifende – Workshops (auch digital) angefordert werden. Das Angebot gilt ab Klasse 9 in allen Schulformen. Den Schulen entstehen im Rahmen der Einsätze bis voraussichtlich Ende des Jahres 2021 keine Kosten. Die Koordination des Referent*inneneinsatzes wird durch das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) sichergestellt.

 

Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung als Referent*innen anfordern.



Die Vermittlung der Expert*innen für zivile Konfliktbearbeitung erfolgt niedersachsenweit durch:

Susanne Umbach

Koordinierungsstelle Friedensbildung

Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)

Tel.: 0 51 21 / 16 95 - 129

E-Mail: susanne.umbach@nlq.niedersachsen.de

 

Für Unterrichtseinsätze bis voraussichtlich Ende des Jahres 2021 entstehen den Schulen keine Kosten.

 

Die Vermittlung der Referent*innen ist ein Projekt des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Für die Ausbildung der Referent*innen sorgte die Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung, der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und dem Niedersächsischen Kultusministerium.

 

 

Fotos

Titelfoto: © Iuna Vieira, Friedensfachkraft des forumZFD in Jerusalem
Portraitaufnahmen © EEB/Jens Schulze 

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Letzte Änderung: 22.11.2021

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